Musikverein Rohrbach (Saar) e.V.

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Chronik – Vereinsgeschichte

Über Entstehen, Aufbau und Entfaltung des Musikvereins Rohrbach e.V.

Die Notwendigkeit zur Neugründung einer Blaskapelle ergab sich dadurch, dass in unserer Gemeinde keine komplette Blaskapelle mehr existierte. Die Kapelle Schaar hatte sich etliche Jahre zuvor aufgelöst. Grund war hier in erster Linie der fehlende Nachwuchs.

Aus diesem Grund mußte der damalige Pfarrer Leo Köller bei kirchlichen Anlässen wie Weißer Sonntag, Fronleichnam, Allerheiligen oder Reunion, wo es beim Musizieren im Freien einer Blaskapelle bedarf, sich von auswärts Musiker beschaffen, die Geld kosteten und nicht immer den Erwartungen entsprachen. Zwar existierte damals in Rohrbach bereits seit 10 Jahren das Rohrbacher Pfarrorchester, in dem auch einige Blasmusiker mitwirkten, jedoch reichten diese zur Bildung einer kompletten Blaskapelle nicht aus. Es fehlten an Hornisten, Trompeten und Posaunisten.

Einer der Musiker ließ Einladungen zu einer Gründungsversammlung drucken und verteilte dieselben an Bekannte, an Musikinteressierte und ältere Musiker, die ihr Instrument bereits zur Seite gelegt hatten. Die Resonanz war zufrieden stellend. Es trafen sich am 03.12.1972 im kath. Jugendheim in der damaligen Gartenstraße mehrere alte Blasmusiker, die von der Idee, in Rohrbach eine eigene Bläsergruppe zu gründen, begeistert waren. Am Mittwoch, den 3. Januar lief die erste Probe. Es ist erfreulich, nach einem Vierteljahrhundert noch folgende Aktive nennen zu können, die damals wie heute dem Verein angehören: Bassist Eugen Motsch (inzwischen von Tuba auf Kontrabaß umgestiegen), Franz Schegerer (Bariton), Gerhard Scherer (Tenorhorn), Roland Quirin, Albert Quirin (erste Klarinette und Lehrer unseres Holzbläsernachwuchses). Von den weiteren Gründungsmitgliedern sind zu nennen: Herr Pfarrer Leo Köller, Adolf Michaeli, Gerhard Huy.

Der Hausherr erteilte freundlicherweise die Genehmigung, im Jugendheim regelmäßig die Proben durchzuführen. Die erste Probe wurde am Mittwoch, dem 3. Januar 1973, um 19:00 Uhr abgehalten. Waren es auch nur 8 oder 9 Mann, die da saßen und die ersten Stücke einstudierten, sie ließen sich nicht verdrießen. Als Dirigent unserer kleinen Kapelle fungierte Albert Quirin, der natürlich die Klarinette mitblies. Es waren fast alle ausgebildete Musiker, die hier nur ihre Kenntnisse auffrischten. Albert Quirin, Eugen Motsch, Gerhard Scherer sowie der später hinzugekommene Werner Weißenauer hatten ihre Ausbildung in der St. Ingberter Bergkapelle erfahren. Und bald schon ging es an die Öffentlichkeit.

Am 24.01.1973 bereits spielte die Bläsergruppe ein Geburtstagsständchen für Herrn Pfarrer Leo Köller. Es folgte das Musizieren anlässlich des Kolping-Diözesen-Tages im Festzelt am Glashütter Weiher am Pfingstmontag unter der Leitung von Albert Quirin „heitere Musik zum Singen und Tanzen“. Weitere Auftritte im ersten Jahr unseres Bestehens waren die Feierstunden zu Allerheiligen, Volkstrauertag, ferner der Martinsumzug, sowie ein Ständchen anlässlich des 60. Geburtstages von Bürgermeister Walter Bettinger.

Die vorgenannten Einsätze der Bläsergruppe wie Weißer Sonntag, Kolpingfest, Fronleichnam, Reunion, Allerheiligen, Volkstrauertag und Martinsumzug sind im Jahresturnus des Musikvereins Rohrbach festgeschriebene Termine. Komplett war die Kapelle in dieser Zeit ihrer Zusammensetzung noch nicht. Es fehlten noch Trompeter und Flügelhornisten. Deshalb musste man öfter bei verschiedenen Anlässen von auswärts fremde Musiker leihen, um spielfähig zu sein. Das Problem blieb die ersten Jahre bestehen, bis endlich der erste eigene Nachwuchs sich in den Klangkörper einreihte. Damit war das Ziel erreicht: Rohrbach, als Gemeinde mit einer Bevölkerungszahl von knapp 8000 Einwohner hatte wieder eine Blaskapelle. Es gab in dieser Zeit bereits Gönner und Freunde, die die Kapelle auch finanziell unterstützten. Außerdem gab es bald für die Bläsergruppe bezahlte Engagements. So musizierten die Musiker anlässlich des Jubiläums des DRK-Ortsvereins im Juli. Die Musiker freuen sich über den guten musikalischen Erfolg, den lobenden Pressebericht und nicht zuletzt darüber, dass etwas Geld in die Kasse kam.

Am 1. Dezember 1973 kam die kleine Schar der Musiker zusammen und in einer offiziellen Gründungsversammlung einen Verein zu schaffen, um der Kapelle auf diese Weise den erforderlichen Rückhalt zu geben. 1. Vorsitzender wurde Hans-Joachim Stumpf, sein Stellvertreter Eugen Motsch. Als Dirigent wurde Albert Quirin bestätigt. Weitere Mitglieder der Gründungsversammlung waren: Pfarrer Leo Köller, Adolf Michaeli, Michael Schmidt, Werner Weißenauer, Rudolf Becker, Ludwig Kihm, Roland Quirin, Gerhard Huy, Franz Schegerer, Karl Krill, Gerhard Scherer, Konstantin Greß, Heinz Bastian, Rosalinde Motsch und weitere Mitglieder.

Zum Zeitpunkt der Vereinsgründung zählte die Kapelle 15 aktive Musiker. Doch schon hatten sich 11 Musikschüler dem neuen Verein angeschlossen. Sie wurden im Laufe der Zeit nach und nach in die Kapelle übernommen. Im Jahre 1974 wurden bereits 36 musikalische Einsätze wahrgenommen. Aber auch jetzt noch mussten manchmal Trompeten oder Posaunenspieler ausgeliehen werden, von befreundeten Kapellen.

Neu eingeführt wurde in dieser Zeit das sogenannte „Weihnachtsblasen“ am 4. Advent, wobei sich die Kapelle auf dem Rasen unterhalb der Bäckerei Jacob aufstellte. Das Weihnachtsblasen wurde einige Jahre fortgeführt. Heute findet es anlässlich des Weihnachtsmarktes statt, der jedes Jahr an der Rohrbachhalle stattfindet. Bald kamen aus den Reihen der Bevölkerung auch Sachspenden. Theo Scholl, der einige Zeit lang in der Kapelle Posaune spielte, spendete dem Verein ein gebrauchtes Schlagzeug. Herr Oswald Gehring kaufte als Zubehör zum Schlagzeug zwei große Becken.

Im März 1974 zählte der Verein bereits 44 Mitglieder. Während dieser Zeit meldeten sich die ersten Jugendlichen, die Interesse an der Musik hatten. Ein Jahr später befanden sich bereits 27 junge Leute in Ausbildung. In dieser Zeit zählte der Verein insgesamt 96 aktive und passive Mitglieder.

Im Juni 1975 trat der bisherige Vorsitzende Hans-Joachim Stumpf zurück. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 2. August wurde der bisherige Kassierer Günter Stiewietz zum 1. Vorsitzenden gewählt. Die ersten Musikschüler des Vereins zeigten erstmalig ihr Können an einem adventlichen Nachmittag, wo sie für die Alten aufspielten. Das sogenannte „Adventsblasen“ wurde auch in diesem Jahr abgehalten. Auf der Weihnachtsfeier stellten sich wieder die Jungmusiker vor. Der neue Dirigent Werner Weißenauer versprach: Bald gibt es ein Schülerorchester.

So ging es bald im geordneten Gang, wie es sich der Vorstand und die „Alten“ der Kapelle gewünscht hatten. Ruhige Aufbau folgten. Durch bezahlte Geschäfte, wie z. B. das Musizieren beim DJK-Sportfest kam etwas Geld in die Vereinskasse. Am 9. Juli 1976 spielte die Jugendkapelle erstmals auch im Freien anlässlich der Reunion an der Unterkirche. Am 19.09.1976 feierte der Verein sein Waldfest am Weiher, verbunden mit einem Feldgottesdienst.

Im November desselben Jahres meldete die Presse: Die Bläserjugend des M.V. Rohrbach ist nun unentbehrlich geworden. Der Verein betreibt nach wie vor Jugendwerbung. Anlässlich der Weihnachtsfeier spielten 36 Musiker. Der stellvertretende Vorsitzende gab bekannt, dass im Jahre 1976 35 musikalische Einsätze stattgefunden hätten.

Im Juni 1977 fand das erste Gemeinschaftskonzert der verschiedenen musizierenden Vereine in der Rohrbachhalle statt. Mit insgesamt 21 Darbietungen wurde man dem Begriff „großes Frühlingskonzert“ gerecht. Es spielte der Musikverein Rohrbach, das Pfarrorchesters, der Männerchor 1860 sowie der Kath. Kirchenchor St. Johannes. Alle waren sich einig, dass diese Konzerte in jedem Jahr stattfinden sollten. Neu eingeführt wurde die sogenannte „Lyonerprobe“, d. h. an der letzten Probe vor den Ferien gönnten sich junge und alte Musiker ein paar fröhliche Stunden bei Lyoner und Weck und verschiedenen Getränken.

Am 18.09.1977 fuhr der Musikverein nach Bad Griesbach in den Schwarzwald, wo mit der dortigen Kapelle Freundschaft geschlossen wurde. Beim gemeinsamen Kur-Konzert erfreuten dann die beiden Musikkapellen die Gäste. Ebenso spielten die Jungmusiker dann im selben Jahr noch zum Tag der Alten. Auch die Weihnachtsfeier des M.V. gestalteten sie musikalisch.

In der Generalversammlung im April 1978 beschloss der Musikverein, dem BSM beizutreten. Dieser Schritt war für den Verein sehr nützlich, weil über den Bund saarländischer Musikvereine spezielle Ausbildungen für die Jugend sowie Dirigentenlehrgänge durchgeführt werden.

Im Herbst des Jahres 1978 wurde erstmals mit dem Männerchor 1860 ein gemeinsames Weinfest durchgeführt. Zum Ausklang des Festes präsentierte sich die noch nicht lange bestehende Tanzkapelle des Musikvereins mit großem Erfolg.

Im Februar 1979 fand eine Generalversammlung statt, in der Norbert Dusemond zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Der 2. Vorsitzende Eugen Motsch gab bekannt, dass die Kapelle nunmehr 42 aktive Musiker zählte, davon 4 Mädchen. Es würde zu weit führen, sämtliche Auftritte des Musikvereins einzeln aufzuführen. So sollen nur die wichtigsten Begebenheiten genannt werden. Ein drittes Frühjahrskonzert wurde am 12. mai 1979 gemeinsam durchgeführt. Die Kapelle fuhr im September nach Müllenbach in die Eifel, um mit dem dortigen Fanfarenzug Freundschaft zu schließen. Wenig später fuhr der Verein nach Gammertingen, auch dort wurde musiziert und mit der Kapelle Freundschaft geschlossen.

1980, anlässlich der Lyonerprobe, wurde Herr Werner Weißenauer als Kapellmeister verabschiedet. Sein Nachfolger wurde Herr Karl-Heinz Linn aus Mimbach. Das erste „Alt-Rohrbach-Fest“ fand am 22. und 23. August 1980 statt. Der Musikverein musizierte auf der großen Bühne an der Kaiserstraße.

Da Herr Norbert Dusemond in der Generalversammlung am 23.01.1981 sein Amt aus beruflichen Gründen zur Verfügung stellte, wurde Herr Hermann Josef Funk zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Auf Neuland, was die selbständige Durchführung einer öffentlichen Veranstaltung anbelangte, begab sich der Musikverein bei dem am 19.09.1981 durchgeführten Heimatabend. Musikalische Vielseitigkeit unserer Musiker und nicht zuletzt das natürliche Auftreten unserer Gäste aus dem Elsaß trugen dazu bei, dass diese Veranstaltung nicht ein Sprung ins kalte Wasser wurde. Altvertraut dagegen war das schon traditionelle Weinfest, welches zusammen mit dem Männerchor 1860 durchgeführt wurde und großen Anklang bei der Bevölkerung immer wieder findet. Zur Förderung der Geselligkeit und Verbundenheit innerhalb des Vereins organisierte man einen Vereinsausflug in den Odenwald nach Michelstadt. Am 06.12.1981 beteiligte sich der Musikverein erstmals an den Wertungsspielen im Saar-Pfalz-Kreis. Wir erzielten unter der Leitung von Karl-Heinz Linn in der Mittelstufe 114 Punkte (von 120 erreichbaren) einen 1. Rang.

In einer am 04.06.1982 stattgefundenen Mitgliederversammlung wurde beschlossen, die Herren Pfarrer i. R. Leo Köller und Herrn Altbürgermeister Walter Bettinger zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. Der Beschluss wurde anlässlich unseres 10-jährigen Jubiläums vom 16. bis zum 18. Juli 1982 vollzogen. Erwähnenswert ist noch, dass anlässlich unseres 10-jährigen Jubiläums unser Schirmherr, Herr Kunibert Luck, mit seiner großzügigen Spende dem Verein zu einem Glockenspiel verholfen hat. Weiterhin sei erwähnenswert, dass der Verein zu diesem Zeitpunkt 155 Mitglieder zählte und am 29.01.1982 in das Vereinsregister beim Amtsgericht St. Ingbert eingetragen wurde. Bei einer Jugendwerbeaktion in der Johannisschule wurden 8 Jungmusiker gewonnen. Die Kapelle zählte 42 aktive Musiker, davon 14 Mädchen. Zwei Jungmusiker besuchten bereits einen Dirigentenlehrgang.

In der Generalversammlung 1983 wurde H. J. Funk als 1. Vorsitzender bestätigt. Es wurden 27 Veranstaltungen genannt, die von der Kapelle des M. V. musikalisch umrahmt wurde. Ebenso gab es im selben Jahr wieder ein Gemeinschaftskonzert, die Beteiligung am Alt-Rohrbach-Fest sowie das 6. Weinfest mit Musik und Gesang. Im April dieses Jahres begann eine groß angelegte Werbeaktion zum Aufbau einer Blockflötengruppe. Unter dem Motto „Wir sorgen für das Fortleben der Musik in Rohrbach“ begann eine Pressekampagne. Am 7. September 1983 haben wir mit der musikalischen Grundausbildung von 7-9-jährigen Kindern begonnen, um eine Grundstock für den Musikernachwuchs zu legen. Der Unterricht, der mit Blockflöte beginnt und sich über 2 Jahre erstreckte, wurde von unserem Dirigenten und Kreisjugendleiter, Herrn Linn, geleitet. Dem damaligen Rektor Herrn Blatt und der Lehrerin, Frau Müller, durch deren Unterstützung die Kinder für die Musik gewonnen werden konnten, möchten wir uns heute noch bedanken. Am 7. Sept. fand ein erstes Treffen der Kinder mit K.H. Linn statt. Bald darauf hatten wir Gewissheit: 18 Schülerinnen und Schüler für Blockflöte hatten sich gemeldet und wurden ausgebildet. Im Dezember 1983 nahm die Kapelle wieder an den Wertungsspielen teil und erzielte als einzige Kapelle im Saar-Pfalz-Kreis einen 1. Rang mit Belobigung. Zur Weihnachtsfeier des selben Jahres spielte erstmalig die Blockflötengruppe. Sie erntete viel Beifall. Ebenso die Jugendkapelle, die die gesamte Weihnachtsfeier selbständig musikalisch umrahmte. Nach ruhigen Jahren des Aufbaues verzeichnete die nachfolgende Generalversammlung mit Neuwahlen folgenden Vorstand: 1. Vorsitzender wurde wiederum Herm. Josef Funk, 2. Vorsitzender Stefan Abel, Kassenwart blieb bis heute Herr K.H. Engstler. Anlässlich dieser Versammlung gab der Dirigent, Herr K.H. Linn, bekannt, dass 27 Musikerinnen und Musiker die große Kapelle bildeten, das Jugendorchester zählte 9 Musiker, Blockflöten waren es 21 an der Zahl. Damals wie heute erhielt die Jugendkapelle von den „Alten“ Verstärkung, um spielfähig zu sein.

Anlässlich der Weihnachtsfeier im Jahre 1988 erhielten Jörg Dusemond und Christian Scherer eine besondere Auszeichnung vom BSM: Das goldene Leistungsabzeichen, das sie berechtigt, ohne Aufnahmeprüfung an einem Dirigentenlehrgang teilzunehmen. Es ist die höchste Auszeichnung, die der Bund für besondere musikalische Leistungen zu vergeben hat.

Bei den Neuwahlen 1989 kandidierte H.J. Funk aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Michael Wagner führte von da an den Musikverein. Der Dirigent K.H. Linn gab bei dieser Gelegenheit bekannt, dass aus den Reihen der Blockflötengruppe sieben Mädchen und Jungen eine richtige Instrumentenausbildung begonnen hatten. Die jungen Leute wurden später in die Jugendkapelle übernommen. Dies ist Beweis für die stille und fruchtbare Tätigkeit des K.H. Linn, der zu diesem Zeitpunkt gerade seinen 50. Geburtstag feierte. Gleichzeitig begann unter seiner Regie wieder ein neuer Blockflötenkurs. Außerdem konnte man in diesen Tagen das 150. Vereinsmitglied begrüßen.

Erstmals im Jahre 1990 führte der Musikverein Rohrbach in der TG-Halle ein Herbstkonzert durch, das auf Anhieb zu einem vollen Erfolg wurde. Allein schon der äußere Rahmen war faszinierend: Die Dekoration des Künstlers Robert Berrang versetzte das Publikum in die Dorfmitte, an die „Drehscheib“. Verstärkung erhielt das Orchester damals durch den kath. Kirchenchor St. Johannes, unter der Leitung von Norbert Feibel. Eugen Motsch, der das Programm mit Mundartgedichten bereicherte, erfuhr an diesem Abend eine besondere Ehrung: Als Gründungsmitglied wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft zuerkannt.

Die Herbstkonzerte wurden in dieser Weise weiterhin beibehalten. 400 Zuhörer kamen 1991, als der Musikverein abwechselnd mit der Neunkircher Stadtkapelle eine breite Palette seines Könnes bot. Auch ein Gesangsquartett mit Günter Weiland, Edmund Matheis, Albert Bejes und Gerhard Geib erfreuten das Publikum. Die Jugendwerbung wurde nicht vernachlässigt. Werbenachmittage mit Blockflötengruppe, Schülergruppen, Jugendorchester und großes Orchester fanden statt, um interessierten jungen Leuten den Weg zur Musik zu erleichtern.

Stefan Abel, erster Trompeter und seit 1990 erster Vorsitzender des Vereins, konnte auch im Jahre 1992 eine positive Bilanz vorweisen: das 175. Mitglied konnte begrüßt werden, auch wurden zahlreiche Veranstaltungen und Konzerte durchgeführt. Außerdem wurden 19 Kinder in eine neue Blockflötengruppe aufgenommen. Ein selbständiges und ohne fremde Hilfe spielfähiges Jugendorchester mit 28 Mädchen und Jungen besteht seit Anfang des Jahres 1992. Wieder hatten in dieser Zeit von der Blockflötengruppe 5 Kinder den Sprung in die Instrumentenausbildung gewagt. Den ersten öffentlichen Auftritt hatte das Jugendorchester anlässlich eines Werbenachmittages am 29. März 1992.

Beim 4. Herbstkonzert im November 1993 musizierte das große Orchester mit 40 Blasmusikern. Auch dieses Konzert war mit mehr als 400 Besuchern ausverkauft. Das Jugendorchester, dem mehr als 25 Bläser angehörten, stellte sich im selben Jahr erstmals den Preisrichtern bei den Wertungsspielen des BSM und belegte in der Anfängerstufe einen ersten Rang mit Auszeichnung.

Unter den besonderen Ereignissen des Jahres 1995 ist wiederum das Herbstkonzert zu nennen, sowie das große Adventskonzert, welches mit mehreren Chören in der Pfarrkirche St. Johannes stattfand.

Ein weiterer Jugendwerbenachmittag wurde am Sonntag, dem 17. März 1996, durchgeführt. Neben den Musikschülern, die ihr neu erworbenes Können präsentierten, stellte das Jugendorchester, erstmals unter der Stabführung des neuen Jugenddirigenten Carsten Wagner, der seit Dezember 1995 die Jugendkapelle dirigiert, ihr neues Repertoire vor. Der Jugendkapelle gehörten zu diesem Zeitpunkt 15 Jungen und 17 Mädchen an, mit einem Durchschnittsalter von 14,5 Jahren. Somit ist das Jugendorchester eines der größten auf Kreisebene. Nach einer erneuten Werbekampagne in den Schulen meldeten sich überdies 16 neue Schüler für den Blockflötenunterricht. Im Herbstkonzert des Jahres 1996 wurde der langjährige Dirigent K.H. Linn verabschiedet. Dank ihm hat der Verein eine erfolgreiche Bilanz zu verzeichnen. An dieser Stelle sei ihm Dank gesagt für die fruchtbare Jugendarbeit, die dem Verein einen stetigen Auftrieb garantierte. Die Einführung des Blockflötenunterrichts, die Betreuung der Jugendkapelle und darüber hinaus das Voranbringen des großen Blasorchesters gehen auf sein Konto. Neuer Dirigent beider Orchester ist nun Carsten Wagner. Ein junger, dynamischer Mann, der sich mit Geschick und neuen Ideen bei den Musikern eingeführt hat. Zum Schluss möchte ich sagen, dass die Kapelle auch, was die harmonische Zusammensetzung betrifft, ihre Sorgen hat. Es ist uns in den vergangenen Jahren nicht gelungen, das Blasorchester mit ausreichend Bassinstrumenten zu bestücken. Grund sind Abgänge von Bässen und Posaunen, aber es mangelt auch an Interessierten. Das Blasen einer Basstuba oder einer Posaune erscheint dem Neuling wenig attraktiv, und so ziehen sie die Trompete oder Klarinette vor. Dabei zählen die Bässe und Posaunen zu den schönsten Instrumenten, und für den harmonischen Zusammenklang sind sie äußerst wichtig. Wir würden uns freuen, wenn einige junge Leute gerade solch ein Instrument erlernen würden.

(von Eugen Motsch, entnommen aus der Festschrift anlässlich 25 Jahre Musikverein Rohrbach von 1997)

Fortsetzung folgt!